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Grundsätze & Ziele
Kinder
und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Für
die Sicherung einer demokratischen Gesellschaft ist das Gelingen
von Kindheit und Jugendphase der entscheidende Faktor. Die
gesellschaftlichen Verteilungsprozesse spalten die Bevölkerung
immer schärfer in Arme und Reiche. Die Hauptleidtragenden
sind die Kinder. Ihre Armut äußert sich, neben
körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen,
insbesondere in der zunehmenden Verschlechterung ihrer sozialen
Chancen. Kinder und Jugendliche stellen für viele Familien
in unserer Gesellschaft ein Armutsrisiko dar.
Politik für Kinder und Jugendliche muss auch Politik
mit Kindern und Jugendlichen sein – und sie muss Querschnittspolitik
sein, weil alle gesellschaftlichen Felder die Gegenwart und
die Zukunft junger Menschen betreffen. Die öffentliche
Hand trägt die Verantwortung für die Planung und
Bereitstellung bedarfsgerechter Leistungen und Einrichtungen
der Jugendhilfe. Das partnerschaftliche und gleichberechtigte
Zusammenwirken zwischen den freien und den öffentlichen
Trägern der Jugendhilfe ist zu gewährleisten und
zielgerichtet auszubauen. Alle in der Bundesrepublik lebenden
Kinder und Jugendlichen müssen die gleichen Rechte haben.
Kindern
und Jugendlichen sind weitgehende Beteiligungs-, Mitgestaltungs-
und Entscheidungsmöglichkeiten in allen ihre Lebensumwelt
betreffenden Fragen einzuräumen. Die Schule ist als “H
aus des Lernens”, als Lebensraum sowie in ihrer Erziehungs-
und Bildungsfunktion als Beteiligungsfeld für Kinder
und Jugendliche zu sehen. Die Öffnung der Schulen und
die Kooperation mit den Trägern der Jugendhilfe bzw.
anderen relevanten Einrichtungen des Umfeldes ist rechtlich
zu verankern. Die Medien müssen die Lebensumstände
und Bedürfnisse junger Menschen berücksichtigen.
Die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen ist zu stärken.
Das Züchtigungsrecht der Eltern ist zugunsten des Rechts
der Kinder auf gewaltfreie Erziehung und Bildung abzuschaffen.
Kinder- und Jugendpolitik muss die gesellschaftlichen Problemlagen
junger Menschen aufzeigen und beseitigen. Die Angebote der
Jugendhilfe müssen sich in erster Linie an dem Anspruch
auf Erziehung und Bildung orientieren. Sie sind lebensweltorientiert
zu gestalten. Es sind verbindliche Qualitätsstandards
einzuhalten.
Kinder- und Jugendpolitik hat sich für die Chancengleichheit
aller Kinder und Jugendlichen einzusetzen. Vorrangige Aufgabe
der Jugendhilfe ist es, sich im Sinne einer Früherkennung
mit entstehenden Problemsituationen von Kindern und Jugendlichen
auseinanderzusetzen. Es sind verstärkte prophylaktische
Angebote bereitzustellen. Es gibt gegenüber Kindern und
Jugendlichen keine “freiwilligen” Leistungen,
sondern ausschließlich Leistungspflichten. Die Leistungen
müssen für Kinder und Jugendliche selbst unmittelbar
einzufordern sein.

Ansprechpartner:
Henning Ehlers (Abteilungsleiter Soziale Arbeit und Erziehung)
Kleinbahnstr. 59
47906 Kempen
Tel. 0 21 52 / 20 55 50
E-Mail: henning.ehlers@awo-kreisviersen.de
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